KINDERZIMMER-SERIE TEIL 3
Die Flut an Spielsachen und Geschenken meistern.
Täglich bringen Kinder Dinge mit nach Hause oder bekommen Spielzeug geschenkt. Lernen Sie, souverän mit der Flut umzugehen.
Lesezeit: 7 min.
Hier stelle ich Ihnen Strategien vor, wie Sie die anhaltende Flut an Dingen meistern. Mit Flut meine ich die vielen Dinge, die durch vor allem durch die Kinder nahezu täglich in Ihren Haushalt kommen, angefangen von Bildern und Gebasteltem, über alles, was die Kinder irgendwo finden mit mitnehmen, über Kleinigkeiten zu diversen Anlässen bis hin zu den Bergen an Geschenken zu Weihnachten und Geburtstagen. Hier geht es aber gar nicht so sehr um die Größe als vielmehr um Menge und Frequenz.
Ich verrate Ihnen in diesem Artikel auch, was auf meiner Wunschliste an sinnvollen Spielsachen für meine Kinder, steht. Und am Ende gebe ich Ihnen eine Checkliste mit an die Hand, bei der Sie Ihren Alltag nach den Dingen scannen können, die Sie selbst, Ihre Partner oder Ihre Partnerin nebenbei mit nach Hause bringen.
Wenn Sie meiner Blog-Serie gefolgt sind, haben Sie im ersten Teil gelernt, wie man aus einem Chaos heraus wieder eine Grundordnung herstellt. In Teil 2 ging es darum, wie Sie mit Ihrem Kind aufräumen und aussortieren.
Ihre Situation
Ordnung ist ja schön und gut, aber sie ist fragil. Da machen wir uns nichts vor. Nicht nur, dass Kinder natürlicherweise mit ihren Spielsachen spielen, aber es bleibt nicht bei der aktuellen Anzahl an Gegenständen in Ihrem Haushalt. Regelmäßig kommen weitere Dinge hinzu. Sie bemerken es vielleicht sogar eine Zeit lang nicht. Aber irgendwann fällt auf, dass sich einiges an Ballast angesammelt hat. Ihr Ordnungssystem kann die vorhandene Menge nicht mehr fassen.
Mögliche Ursachen
Ich hatte es schon erwähnt, doch liste ich Ursachen hier noch mal auf:
- Kinder bringen spannende Dinge aus Ihrer Umgebung mit nach Hause. Auch Gemaltes und Gebasteltes, kleine und große Geschenke.
- Diese Dinge sammeln sich eine Weile unbemerkt an, passen noch gut in vorhandene Boxen und Schuladen.
- Sie sehen daher lange nicht die Notwendigkeit, mit Ihrem Kind eine Bestandsaufnahme zu machen und auszusortieren.
- Dafür gibt es auch keinen regelmäßigen Termin im Kalender.
Die Lösungen für Dinge des Alltags
Manche brauchen diese fixen Zeiten, für andere reicht ein achtsamer Blick. Ich schaue mir regelmäßig spontan Situationen an und entscheide, ob Handlungsbedarf besteht. So gehen wir zu Hause mit der Flut um:
- Steine, Stöcker, Federn, Muscheln. Wenn wir alles so viel hätten wie Steine! Meine Kinder haben jeder eine kleine Schatztruhe, in der sie ihre liebsten Steine aufbewahren. Alle anderen finden recht schnell durch mich wieder ihren Weg nach draußen.
- Gemaltes und Gebasteltes. Ich schaue mir alles einmal an und entscheide oft schon in der Kita, ob ich es mitnehme oder dezent entsorge. Meine Kinder fragen aber auch so gut wie nie wieder nach diesen Dingen.
- Die für die Kinder wichtigen Bilder oder Basteleien sammeln wir zu Hause in einer Kiste. Ist diese voll, starten wir eine Aussortier-Session: Ich zeige ich meinen Kindern Werk nach dem anderen und lasse sie entscheiden, was bleibt und was gehen darf. So habe ich auch einen Sinn dafür entwickelt, was ich gar nicht erst mit nach Hause nehme.
- Besondere Bilder werden fotografiert und dann verschenkt oder entsorgt.
- Die ganz besonderen Bilder, wie die erste menschliche Figur oder das erst Mal den eigenen Namen gemalt, hebe ich in einer Mappe auf. Ist diese voll, wird wieder sortiert. Ganz besondere Werke finden auch einen ganz besonderen Platz. Ich fotografiere diese aber auch, wenn es kommt oft vor, dass das Kind das Interesse daran verliert und selbst zerstört oder gar entsorgen will.
- Flyer und andere Mitbringsel der Kinder: Meine nehmen alles mit! Entweder die Kinder nutzen diese Mitbringsel zeitnah zum Basteln oder sie werden entsorgt. Ganz einfach.
Geschenke
Das sind meine Ideen für einen guten Umgang mit Geschenken und eine Liste mit Ideen:
- Nützliches wie Bettwäsche, Tassen, Rucksack, Fahrradzubehör, etc.
- Für den Geist: Bücher, Hörspiele, Knobelspiele, Instrumente
- Für den Körper: Ball, Seil, alles für Grob- und Feinmotorik
- für eine gute Zeit in Gemeinsaft: einen gemeinsamen Ausflug in den Zoo, ins Puppentheater, zur Buchlesung, ins Kino, Erlebnispark, auf eine Burg, in eine Höhle und andere Sehenswürdigkeiten, die für Kinder spannend sind. Selbst in der Oper und im Theater gibt es Kinderaufführungen
- Fürs Sparschwein: Geld sparen für eine größere Anschaffung
Geschenkewünsche kommunizieren
- Führen Sie eine ständige Liste mit Geschenkideen. Ich habe eine in meinem Handy und notiere dort alles, was mir einfällt oder an Wünschen geäußert wird.
- Kündigen Sie rechtzeitig an, dass es eine Liste mit Wünschen gibt. Das ist das Wichtigste.
- Kommunizieren Sie selbstbewusst, dass Verwandte und Freunde, die gerne schenken, Sie bitte vorher fragen mögen. Viele Schenker freuen sich über sachdienliche Hinweise.
- Einige Onlinehändler bieten eine Funktion für Wunschlisten an, bei denen man Produkte auswählt und dann den Link dahin mit anderen teilt. Die Schenker können zum Teil ankreuzen, was sie kaufen. Damit ist dieses Produkt von der Liste.
- Ich weiß von einigen Läden im Einzelhandel, die das Ganze als Geschenke-Wunschbox anbieten.
- Es geht aber auch ohne: Ich bitte meist gezielt Leute um ein bestimmtes Geschenk oder schlage eine Kategorie vor (Vorlesebuch zum Bespiel).
- Befreundete Familien oder Paten frage ich, ob sie nicht etwas aus der Kategorie »Gemeinsaft« oben schenken wollen. Wenn das klappt, ist eine Bereicherung für Schenker und Beschenkte.
Umgang mit ungefragten Geschenken
Das ist eine durchaus heikle Angelegenheit, ich weiß. Ich halte es aber für wichtig, zu sortieren und weitsichtige Entscheidungen zu treffen: Was ist sinnvoll, was lieben die Kinder, was brauchen sie? – einerseits, andererseits: Was können wir nicht gebrauchen, was sollen meine Kinder nicht bekommen?
Süßigkeiten: Zu den klassischen Feiern wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag bekommen meine Kinder große Mengen an Süßem. Davon sollen sie auch was bekommen. Wir entscheiden als Eltern über das Maß. Einiges, wie billige Schokolade oder Süßes/Snacks mit ungünstigen Inhaltsstoffen verschwinden. Alles andere wandert in eine Tüte, meine Reserve für wenn wir unterwegs sind oder auch zum Weiterverschenken.
Kleidung, die nicht passt oder wovon wir zu viel haben, gebe ich gezielt weiter.
Spiele oder Spielzeug
die vom Alter her nicht passen, gehen entweder in meine Kiste für später oder finden einen neuen Abnehmer.
Gleiches gilt für Dinge, die wir doppelt haben (z. B. Memory). Wenn es aber ein sehr schönes Spiel ist, kann es sein, dass es bleibt und eines aus unserem Bestand geht dafür raus.
In schlechter Qualität, ungünstigen Inhaltsstoffen, geruchsintensiv: entweder vor die Tür stellen oder gleich entsorgen. Schade drum. Sehr schade, aber nicht akzeptabel.
Bücher werden mindestens einmal gelesen und dann entscheiden wir gemeinsam, ob es uns gefällt oder nicht. Es gibt Bücher, die uns Vorlesern nicht (mehr) gefallen, aber die Kinder werden bald lesen lernen und dann können sie selbst neu überlegen.
Klingt mein Vorgehen für Sie hart? Ich erwarte nicht, dass jedes Geschenk sinnvoll ist. Das geht vielleicht auch gar nicht bei der Menge an Gelegenheiten. Wir, mein Mann und ich, schauen jedoch genau hin und versuchen für uns alle eine möglichst gute Entscheidung zu treffen. Eines der zentralen Kriterien hierbei ist die Gesundheit unserer Kinder. Das ist es wert, sich auch mit unbequemen Themen auseinanderzusetzen.
Ihr Anteil an der Flut?
Ich hatte Ihnen ja noch eine Liste mit Dingen versprochen, anhand derer Sie prüfen können, was Sie, die Großen, vielleicht nebenbei mit nach Hause bringen und was sich dann im Laufe der Zeit anhäuft:
- Kostenlose Zeitschriften aus Apotheke, Supermarkt oder Drogerie
- Gekaufte oder abonnierte Zeitungen und Zeitschriften
- Flyer und anderes Werbematerial
- Dinge aus Verschenkekisten oder Tauschregal
- Geschenke und Mitbringsel, Souvenirs
- Informationszettel von Elternabenden und Co.
- Kassenzettel
- Eigentlich alles, was nicht zeitnah einen festen Platz in Ihrem Haushalt findet.
Das Wichtigste zusammengefasst
Es ist einfach so, dass die Menge an Dingen in unserem Haushalt nicht statisch ist, sondern tendenziell stetig zunimmt. Dafür braucht es einerseits einen achtsamen Umgang mit Dingen, die reinkommen und anderseits eine gute Routine, die hilft, die Flut gut im Griff zu behalten. Ein wichtiger Faktor dabei sind Geschenke. Für Kinder, aber natürlich auch für Erwachsene kann man Ideen übers Jahr sammeln und dann gezielt an Menschen, die schenken wollen, herantragen.
Es braucht Mut und klare Kriterien, unter welchen Umständen man sich von geschenkten Dingen gleich wieder trennt. Damit Geschenke und Mitbringsel nicht zum Ballast werden.
Probieren Sie es aus und erzählen Sie mir, wie es gelaufen ist. Was hat Ihnen geholfen und wo haben Sie vielleicht noch Fragen?
Chatten Sie mit mir über Signal, Threema oder SMS unter 0176 6344 7977 oder schicken Sie mir eine E-Mail: hallo@beatekortung.de.
Ich freue mich auf Ihre Nachricht.
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Kleines Kind zeigt Steine: https://www.pexels.com/de-de/@tatianasyrikova/
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