Spielzeug Zug Ordnung im Kinderzimmer

KINDERZIMMER-SERIE - TEIL 1

Chaos im Kinderzimmer endet heute!

Wenn Spielzeug die Wohnung in Chaos verwandelt ist Stress vorprogrammiert. Ich zeige Ihnen hier den Weg zu einer neuen Grundordnung.

Lesezeit: 7 min.

Spielzeug ist eines der Paradebeispiele für unsere Überflussgesellschaft. Die Kinderzimmer sind voll bis oben hin. Alles fliegt rum. In diesem Artikel zeige ich Ihnen mögliche Ursachen für die Flut an Spielsachen auf, wie Sie aus Chaos eine übersichtliche und alltagstaugliche Grundordnung herstellen.

Das ist ein Teil 1 meiner Serie rund um Ordnung im Kinderzimmer. In Teil 2 geht es darum, wie Sie mit Ihrem Kind aufräumen und aussortieren und in Teil 3 stelle ich Ihnen Strategien vor, die Ihnen helfen, die anhaltende Flut an Dingen, die in Ihren Haushalt kommen, zu lenken. Ich verrate Ihnen auch, was auf meiner Wunschliste an sinnvollen Spielsachen für meine Kinder so alles steht.

Ihre Situation – Das Chaos im Kinderzimmer

Das Kind hat viele Spielmöglichkeiten. Die wenigsten nutzt es regelmäßig. Das ist das eine. Das andere: Die Menge an Spielzeug vermehrt sich stetig. Geburtstag, Weihnachten und jeder will was schenken. Anfangs findet das Kind alles Neue auch toll – drei Tage lang oder so – und dann ist es schon nicht mehr interessant. Und die Spielsachen bleiben auch nur selten im Kinderzimmer sondern breiten sich regelmäßig über die gesamte Wohnung aus – Spielzeug kann ein echter Stressfaktor sein. Alle leiden unter dem Chaos, bewusst oder unbewusst. Vielleicht haben Sie auch mehr als ein Kind und die Situation ist noch dramatischer.

Anfangs passte alles noch gut in Schränke und Kisten, aber inzwischen bilden sich Stapel und Haufen. Das Kind zum Aufräumen ermahnen oder dann am Ende doch alles selbst machen kostet Sie viel Kraft und kurze Zeit später ist von Ordnung schon nicht mehr viel übrig.

Willkommen im Club! Verzweifeln Sie nicht: Ich zeige Ihnen erprobte Lösungen auf.

Mögliche Ursachen für diese Sackgasse

  • Es ist einfach zu viel Spielzeug vorhanden
  • Ihnen ist die Grundordnung verloren gegangen
  • Sie wissen gar nicht, wo Sie anfangen sollen
  • Sie scheuen sich, die Auswahl zu beschränken
  • Es fehlen Strukturen, die eine Übersicht erlauben
  • Das Kind ist aus manchen Spielsachen längst rausgewachsen,
  • will sich von Dingen aber nicht trennen
  • Zu Spielsachen zähle ich hier alles, was für Kinder gemacht ist und womit das Kind sich beschäftigt: Bausteine jeder Art, Fahrzeuge, Puppen und Kuscheltiere, Bücher, Spiele, Bälle, Kostüme, digitale Medien etc.

Wenn Sie sich hier wiedergefunden haben, sind Sie in bester Gesellschaft. Aber das ändern wir jetzt.

Mögliche Lösungen

Wir haben es hier also mit drei Hürden zu tun:

  1. mit der Menge an Spielsachen
  2. mit der Herausforderung des Aussortierens und
  3. mit einem fehlenden guten Umgang mit reinkommenden Spielsachen.

Als erstes möchte ich Ihnen gratulieren, dass Sie den Mut haben, sich dem Thema zu stellen und sich Hilfe holen. Als zweites möchte ich Ihnen Mut zusprechen, im Sinne Ihres Kindes zu handeln. Das bedeutet: Für eine neue Grundordnung entscheiden Sie (zusammen mit Partner oder Partnerin), was bleibt und was geht. Natürlich berücksichtigen Sie, was Ihr Kind mag und liebt.

Kinderzimmer mit Regalen und Kisten geben Struktur und schaffen Ordnung

Die neue Grundordnung

Vom Chaos zur Übersichtlichkeit. Dafür bieten sich folgende Schritte an.

Vorbereitung: Sie brauchen dafür nur eine Mülltüte, zwei Kartons oder Kisten (Wäschekorb geht auch), gegebenenfalls noch einen Lappen oder Staubsauger zur Reinigung.

  1. Sammeln Sie alle Spielsachen an einem Ort, zum Beispiel im Kinderzimmer zusammen.

  2. Sortieren Sie alles nach Kategorien: Bücher, Puzzle, Autos, Puppen (jeweils mit Zubehör), Lego™/Playmobil™ und weiteres. Jede Kategorie bekommt ihren eigenen Stapel oder Haufen. Nutzen Sie dafür auch bereits vorhandene Kisten. Alle Schränke und Schubladen sollten jetzt leer sein.

  3. Nehmen Sie sich nun eine Kategorie nach der anderen vor:

  4. In den Müllbeutel geht alles, was kaputt ist und auch nicht repariert werden kann, was unvollständig und damit leider nutzlos geworden ist.

  5. Jetzt stellen Sie alles strukturiert zurück ins Regal, womit Ihr Kind aktuell viel oder zumindest ab und zu spielt und was Sie für gut befinden.

  6. In die eine Kiste wandern die Dinge, die gerade nicht bespielt werden, aber die Sie für sinnvoll erachten oder denken, dass es für Ihr Kind wieder interessant werden könnte.

  7. Eine weitere Kiste wird zur Verkaufs- oder Verschenke-Kiste zum Beispiel für die Dinge, für die es bereits zu groß ist oder die mehrfach vorhanden sind.

  8. Wiederholen Sie die Schritte 5-7 mit der nächsten Kategorie.

Diese Punkte können ganz schön herausfordernd sein. Aber es lohnt sich, denn Sie lösen damit womöglich einen großen Stressfaktor Ihres Alltags auf. Nehmen Sie sich Zeit dafür, wenn Ihr Kind gerade nicht da ist. Holen Sie sich dazu gerne tatkräftige Unterstützung. Wenn es Gegenstände gibt, die Sie loswerden wollen, das Kind aber liebt, plädiere ich immer für Behalten.

Diese Fragen können Ihnen bei der Entscheidung helfen:

  • Von welcher Kategorie haben wir viel zu viel?
  • Was haben wir doppelt oder in ähnlichen Ausführungen ohne sichtbaren Mehrwert?
  • Was nervt mich regelmäßig?
  • Was fliegt eigentlich nur rum, wird aber nicht wirklich bespielt?
  • Was habe ich ganz hinten im Regal gefunden? Was hat den meisten Staub angesetzt?
  • Vielleicht brauchen Sie auch noch andere oder bessere Aufbewahrungsmöglichkeiten. Da Ihr Kind ja in naher Zukunft seine Sachen selbst aufräumen soll, muss das Ordnungssystem vor allem vom Kind bedient werden können. Am besten eigenen sich da einfache Regalschränke, Kisten und Boxen, die in die Fächer passen. Dann brauchen diese auch keine Deckel. Kinder lieben es Farbenfroh und am besten mit Piktogrammen „beschriftet“.

Verzagen Sie nicht, wenn Ihnen, diese Grundordnung nicht im ersten Anlauf so gelungen ist, wie Sie es sich anfangs vorgestellt hatten. Nehmen Sie bei nächster Gelegenheit erneut Anlauf und Sie werden sehen: Sie kommen schon leichter und zügiger weitern.

Machen Sie in jedem Falle ein (mentales) Foto von Ihrem Erfolg. Das ist der neue Standard. Genießen Sie ihn. Gut gemacht!

Was tun mit den Kisten

Mülltüte

Entsorgen in die entsprechenden Tonnen. Denken Sie daran, vorhandene Batterien zu entfernen und gesondert zu entsorgen!

Kiste 1 mit Spielsachen für später

Diese Kiste beschriften Sie, ich empfehle auch mit Datum, an einem Ort, wo sie nicht stört. Ein guter Ort ist dafür der Kasten unter der Couch. Haben Sie so etwas nicht, nuten Sie Ihren Keller oder Dachboden. Notieren Sie sich in Ihrem Kalender in spätestens 6 Monaten den Inhalt erneut anzuschauen und zu überlegen, was vielleicht doch noch gehen kann oder welche Spielsachen wieder ins Kinderzimmerziehen und welche „mal ne Pause brauchen“.

Kiste 2 mit Spielsachen zum Verschenken oder Verkaufen

Wichtig: Da sich erfahrungsgemäß der Aufwand für den Verkauf oft nicht lohnt, empfehle ich, die aussortierten Spielsachen zu verschenken. Meine Kinder hatten eh das meiste schenkt bekommen oder aus zweiter Hand, deshalb war Verschenken sehr naheliegend. Ich bringe daher Dinge ins Tauschregal in die Kita oder stelle eine Kiste vor die Tür. Achtung: das ist eine Grauzone: Offiziell sind diese Kisten verboten, werden aber geduldet. Ich schaue regelmäßig nach und nehme spätestens nach einer Woche, die Kiste mit den verbliebenen Sachen wieder mit. Wenn das Kind diese Kiste entdeckt, kann es gut sein, dass es seine aussortierten Spielsachen wieder bei sich einsortieren will. 

Das Wichtigste zusammengefasst

Chaos ist kein akzeptabler Zustand. Alle leiden darunter, bewusst oder unbewusst. Daher ist der entscheidende Schritt hier, eine Grundordnung zu schaffen. Mit meiner Anleitung schaffen Sie sich eine Übersicht über die Dinge, die da sind; sortieren das, was gerne und regelmäßig bespielt wird und die Menge an Spielsachen passt in das vorhandene Ordnungssystem aus Schränken, Regalen und Boxen.

Jetzt haben Sie eine Grundordnung: Sie wissen, was da und was in Reserve ist. Alles passt wieder gut in die vorhandenen Schränke.

In nächsten Teil der Blog-Serie zeige ich Ihnen, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ausmisten und es lernt, seine Spielsachen selbst aufzuräumen.

Probieren Sie es aus und erzählen Sie mir, wie es gelaufen ist. Was hat Ihnen geholfen und wo haben Sie vielleicht noch Fragen?

Chatten Sie mit mir über Signal, Threema oder SMS unter 0176 6344 7977 oder schicken Sie mir eine E-Mail: hallo@beatekortung.de.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Das könnte Sie auch interessieren

Teil 2 dieser Serie: Ordnung Kindern leicht gemacht

und Teil 3: Die Flut an Spielsachen meistern (mit Schwerpunkt-Thema Geschenke).

Bildnachweise
Holzeisenbahn mit Bahnhof: https://unsplash.com/de/@jerry_318
Ausschnitt Kinderzimmer: https://unsplash.com/de/@r_kravtsov
Nach oben scrollen